Die geladene Pistole unter der Matratze

Ver­stößt der Inha­ber einer Waf­fen­be­sitz­kar­te mit sei­nem Ver­hal­ten gegen die im Waf­fen­ge­setz nor­mier­ten Auf­be­wah­rungs­be­stim­mun­gen, ist er damit waf­fen­recht­lich unzu­ver­läs­sig.

Die geladene Pistole unter der Matratze

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier in dem hier vor­lie­gen­den Fall den Wider­ruf einer Waf­fen­be­sitz­kar­te als recht­mä­ßig ange­se­hen. Bei einer Vor-Ort-Kon­trol­le waren beim betref­fen­den Waf­fen­be­sitz­kar­ten­in­ha­ber zwei gela­de­ne Pis­to­len in einem nicht i.S.d. Vor­schrif­ten des Waf­fen­ge­set­zes klas­si­fi­zier­ten Innen­tre­sor und eine wei­te­re gela­de­ne Pis­to­le unter der Bett­ma­trat­ze gefun­den wor­den, wor­auf­hin der beklag­te Land­kreis den Wider­ruf der Waf­fen­be­sitz­kar­te ver­füg­te und den eben­falls erteil­ten Jagd­schein für ungül­tig erklär­te. Dage­gen hat der Inha­ber Kla­ge erho­ben.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Trier sei­en die Risi­ken, die mit jedem Waf­fen­be­sitz ver­bun­den sei­en, nach der gesetz­ge­be­ri­schen Wer­tung nur bei sol­chen Per­so­nen hin­zu­neh­men, die mit Waf­fen und Muni­ti­on jeder­zeit und in jeder Hin­sicht ord­nungs­ge­mäß umgin­gen. Der Klä­ger habe mit sei­nem Ver­hal­ten zwei­fels­frei gegen die im Waf­fen­ge­setz nor­mier­ten Auf­be­wah­rungs­be­stim­mun­gen ver­sto­ßen und sei damit waf­fen­recht­lich unzu­ver­läs­sig. Die Ein­las­sung des Klä­gers, die gela­de­ne Waf­fe habe zum Zeit­punkt der Vor-Ort-Kon­trol­le nur des­halb unter der Bett­ma­trat­ze gele­ge­nen, weil er mor­gens von der Jagd gekom­men sei und er die Waf­fe aus Müdig­keit nicht sofort in den Waf­fen­schrank gelegt habe, wer­te­te das Ver­wal­tungs­ge­richt als Schutz­be­haup­tung, nach­dem die­se Erklä­rung erst­mals in der münd­li­chen Ver­hand­lung — und damit mehr als ein Jahr nach dem frag­li­chen Ereig­nis — vor­ge­bracht wor­den sei.

Ver­wal­tungs­ge­richt Trier, Urteil vom 19. Juni 2013 — 5 K 16213.TR