Die Pistole unter der Matratze

Wird eine gela­de­ne Pis­to­le unter der Bett­ma­trat­ze auf­be­wahrt, recht­fer­tigt dies nach Ansicht des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Rhein­land-Pfalz in Koblenz den Wider­ruf der Waf­fen­be­sitz­kar­te wegen Feh­lens der für eine Waf­fen­be­sitz­kar­te erfor­der­li­chen Zuver­läs­sig­keit.

Die Pistole unter der Matratze

So das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Waf­fen­be­sit­zers, der sich gegen den Wider­ruf sei­ner Waf­fen­be­sitz­kar­ten gewehrt hat­te. Bei einer vom beklag­ten Land­kreis Trier-Saar­burg ange­kün­dig­ten Über­prü­fung im Janu­ar 2012 wur­de fest­ge­stellt, dass der Klä­ger eine gela­de­ne Pis­to­le unter sei­ner Bett­ma­trat­ze auf­be­wahr­te und zwei wei­te­re gela­de­ne Kurz­waf­fen in einem Waf­fen­schrank. Dar­auf­hin wider­rief der Land­kreis die Waf­fen­be­sitz­kar­ten wegen feh­len­der Zuver­läs­sig­keit des Klä­gers. Sei­ne hier­ge­gen erho­be­ne Kla­ge wies das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier ab.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Rhein­land-Pfalz konn­ten die Waf­fen­be­sitz­kar­ten des Klä­gers wider­ru­fen wer­den, weil er nicht mehr die hier­für erfor­der­li­che Zuver­läs­sig­keit beses­sen habe. Nach dem Waf­fen­ge­setz habe der­je­ni­ge, der Waf­fen oder Muni­ti­on besit­ze, die erfor­der­li­chen Vor­keh­run­gen zu tref­fen, um zu ver­hin­dern, dass die­se Gegen­stän­de abhan­den kämen oder Drit­te sie unbe­fugt an sich näh­men. Schuss­waf­fen dürf­ten nur getrennt von Muni­ti­on auf­be­wahrt wer­den, sofern die Auf­be­wah­rung nicht in einem spe­zi­el­len Sicher­heits­be­hält­nis erfol­ge. Damit sol­le die rasche Ent­wen­dung von Schuss­waf­fen und Muni­ti­on zum als­bal­di­gen Miss­brauch erschwert wer­den.

Gegen die­se wesent­li­chen Auf­be­wah­rungs­vor­schrif­ten habe der Klä­ger ver­sto­ßen, indem er eine gela­de­ne Pis­to­le unter sei­ner Bett­ma­trat­ze auf­be­wahr­te und zwei wei­te­re gela­de­ne Kurz­waf­fen in einem Waf­fen­schrank. Dies recht­fer­ti­ge die Pro­gno­se, dass er auch künf­tig Waf­fen und Muni­ti­on nicht sorg­fäl­tig ver­wah­ren wer­de. Der Umstand, dass der Klä­ger allein in sei­nem Haus woh­ne, schlie­ße die Gefahr, dass Unbe­fug­te in den Besitz der von ihm unsach­ge­mäß gela­ger­ten Waf­fen kämen, nicht aus.

Damit bestä­tig­te das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt die Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Trier und lehn­te den Antrag, die Beru­fung gegen das Urteil zuzu­las­sen, ab.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Beschluss vom 23. Okto­ber 2013 — 7 A 1071513.OVG