Eine Waffe als Erbe

Stirbt ein Mensch, haben die Hin­ter­blie­be­nen nicht nur den Ver­lust zu ver­ar­bei­ten. Es sind eine gan­ze Anzahl von For­ma­li­tä­ten zu erle­di­gen. Beson­ders die Erben wis­sen nicht immer, wel­che Pflich­ten und Auf­ga­ben mit dem Erbe ver­bun­den sind. Ist der Ver­stor­be­ne z.B. pas­sio­nier­ter Jäger gewe­sen oder war als Sport­schüt­ze aktiv, liegt es nahe, dass er auch eine Schuss­waf­fe beses­sen hat. Exis­tiert in der Woh­nung also ein Waf­fen­schrank, haben sich die Erben nach dem Öff­nen damit aus­ein­an­der zu set­zen, wie mit der dort vor­ge­fun­de­nen Waf­fe umzu­ge­hen ist.

Eine Waffe als Erbe

Für jeden Inha­ber einer Waf­fen­be­sitz­kar­te ist es recht­lich vor­ge­schrie­ben, die dort ein­ge­tra­ge­nen Waf­fen und gege­be­nen­falls die pas­sen­de Muni­ti­on für Unbe­fug­te unzu­gäng­lich in einem Waf­fen­schrank oder Tre­sor auf­zu­be­wah­ren. Doch was macht nun ein Erbe mit einer in sei­nen Besitz gelang­ten Waf­fe? In jedem Fall ist er ver­pflich­tet, den Erwerb der Waf­fe der zustän­di­gen Kreis­po­li­zei­be­hör­de zu mel­den.

Besteht kein Inter­es­se an der Schuss­waf­fe, bie­ten die Poli­zei­be­hör­den den Erben die Mög­lich­keit, die­se bei ihnen zur unent­gelt­li­chen Ver­nich­tung abzu­ge­ben. Aber auch die Abga­be der Waf­fe an eine berech­tig­te Per­son — also an den Inha­ber einer Erwerbs­be­rech­ti­gung für Waf­fen — kann für den Erben eine Alter­na­ti­ve sein.

Hat sich der Erbe dazu ent­schlos­sen, die Waf­fe zu behal­ten, muss eine soge­nann­te Erben-WBK bean­tra­gen. Die­ser Antrag ist inner­halb eines Monats nach der Annah­me der Erb­schaft gemäß § 20 WaffG zu stel­len. Vor­aus­set­zung für die Ertei­lung einer Waf­fen­be­sitz­kar­te im Wege der Erb­fol­ge ist einer­seits die waf­fen­recht­li­che Zuver­läs­sig­keit und ande­rer­seits die per­sön­li­che Eig­nung des Antrag­stel­lers. Von der Kreis­po­li­zei­be­hör­de wer­den die Antrag­stel­ler auf die­se Vor­aus­set­zun­gen hin über­prüft. Dar­über hin­aus hat nach dem Waf­fen­ge­setz jeder Besit­zer erlaub­nis­pflich­ti­ger Schuss­waf­fen der zustän­di­gen Kreis­po­li­zei­be­hör­de die zur siche­ren Auf­be­wah­rung getrof­fe­nen Maß­nah­men unver­züg­lich nach­zu­wei­sen. Gere­gelt ist die Auf­be­wah­rung in § 36 WaffG. Hier und in den §§ 13, 14 der All­ge­mei­nen Waf­fen­ge­setz-Ver­ord­nung ist auch genau fest­ge­legt, wel­che Anfor­de­run­gen ein Waf­fen­schrank erfül­len muss. Dabei ist zu beach­ten, dass eine Waf­fe und die dazu­ge­hö­ri­ge Muni­ti­on getrennt in einem geeig­ne­ten Sicher­heits­be­hält­nis wie einem Waf­fen­schrank oder einem Tre­sor ver­wahrt wer­den dür­fen. Ledig­lich ein Waf­fen­schrank mit einer bestimm­ten DIN-Norm und fest­ge­leg­ten Stan­dards bezüg­lich Schließ­sys­tem, Ver­an­ke­rung im Mau­er­werk oder Gewicht ist geeig­net, dar­in Waf­fen auf­zu­be­wah­ren.