Erkennungsdienstliche Behandlung bei illegalem Schusswaffenbesitz

Der il­le­ga­le Be­sitz von Schuss­waf­fen unter un­kla­ren Er­werbs­um­stän­den in­di­ziert die er­ken­nungs­dienst­li­che Be­hand­lung als not­wen­di­ge und ge­eig­ne­te Maß­nah­me der Straf­ver­fol­gungs­vor­sor­ge, denn es han­delt sich dabei um ein vi­ru­len­tes ge­set­zes­wid­ri­ges Ver­hal­ten, des­sen straf­recht­li­cher Ge­samt­zu­sam­men­hang sich oft­mals erst zu einem spä­te­ren Zeit­punkt her­aus­stellt.

Erkennungsdienstliche Behandlung bei illegalem Schusswaffenbesitz

Insoweit leuchtet es für das Bundesverwaltungsgericht ohne die Not­wen­dig­keit wei­te­rer Tat­sa­chen­fest­stel­lun­gen un­mit­tel­bar ein, dass die im Ein­zel­nen vor­ge­se­he­nen erkennungsdienstlichen Maß­nah­men, näm­lich die Auf­nah­me von Licht­bil­dern, die Ab­nah­me von Fin­ger- und Hand­flä­chen­ab­drü­cken, die Er­stel­lung einer Per­so­nen­be­schrei­bung sowie die Fest­stel­lung un­ver­än­der­li­cher äu­ßer­li­cher kör­per­li­cher Merk­ma­le – ohne Lei­bes­vi­si­ta­ti­on – ge­eig­net und erforderlich sind, da es bei Waf­fen­de­lik­ten es auf der Hand liege, dass dak­ty­lo­sko­pi­sche Spu­ren bei der Auf­klä­rung hilf­reich sein könn­ten. Die Fest­stel­lung und Er­he­bung der un­ver­än­der­li­chen äu­ßer­li­chen kör­per­li­chen Merk­ma­le und der Per­so­nen­be­schrei­bung – etwa Kör­per­grö­ße, Kör­per­ge­stalt, Haar­far­be, Haar­be­schaf­fen­heit etc. – kön­nen mit den An­ga­ben von Zeu­gen ver­gli­chen wer­den.

Diese Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts erging in einem Fall, in dem das zugrunde liegende Strafverfahren wegen unerlaubten Waffenbesitzes nach § 153a StPO gegen Zahlung einer Geldbuße von 750,- € eingestellt worden war.

Bundesverwaltungsgericht, Beschluss vom 7. März 2012 – 6 B 40.11