Nationales Waffenregister

Nach der euro­päi­schen Waf­fen­richt­li­nie sind alle Mit­glieds­staa­ten ver­pflich­tet, bis spä­tes­tens 31. Dezem­ber 2014 ein com­pu­ter­ge­stütz­tes Waf­fen­re­gis­ter auf natio­na­ler Ebe­ne zu schaf­fen und stets auf dem aktu­el­len Stand zu hal­ten. Nach den­Vor­ga­ben die­ser Richt­li­nie muss das natio­na­le Regis­ter allen zustän­di­gen Behör­den Zugang zu den gespei­cher­ten Daten eröff­nen. Der deut­sche Gesetz­ge­ber hat gere­gelt, dass das Natio­na­le Waf­fen­re­gis­ter bereits bis Ende des Jah­res 2012 auf­zu­bau­en ist (§ 43 a WaffG).

Nationales Waffenregister

Das Natio­na­le Waf­fen­re­gis­ter soll die Daten der ca. 570 Waf­fen­er­laub­nis­be­hör­den des Bun­des, der Län­dern und Kom­mu­nen, zwi­schen denen es bis jetzt kei­ne Ver­net­zung gibt, zusam­men­füh­ren. Die Daten­er­fas­sung und Daten­ak­tua­li­sie­rung wird dabei wei­ter­hin den ört­li­chen Waf­fen­be­hör­den oblie­gen, die die Daten online an das Natio­na­le Waf­fen­re­gis­ter über­mit­teln. Das Natio­na­le Waf­fen­re­gis­ter wird vom Bun­des­ver­wal­tungs­amt in Köln geführt wer­den.

Über das Natio­na­le Waf­fen­re­gis­ter soll zukünf­tig durch alle berech­tig­ten Behör­den abge­fragt wer­den kön­nen, ob die abge­frag­te Per­son erlaub­nis­pflich­ti­ge Waf­fen legal besit­zen oder frü­her besaß und wel­che Erlaub­nis­se im Ein­zel­nen erteilt wur­den. Von der ande­ren Sei­te kann aber auch für eine Waf­fe nach­voll­zo­gen wer­den, wer Besit­zer die­ser Waf­fe ist oder war sowie wann und von wem er die Waf­fe erwor­ben hat.

Dar­über hin­aus soll über das Natio­na­le Waf­fen­re­gis­ter zukünf­tig eine auto­ma­ti­sche Kon­troll­mit­tei­lung bei Umzü­gen oder bei Über­las­sungs­vor­gän­gen erzeugt und an die betrof­fe­nen Waf­fen­be­hör­den über­mit­telt wer­den.

Das Natio­na­le Waf­fen­re­gis­ter soll die rele­van­ten Daten aus den ört­li­chen Waf­fen­ver­wal­tungs­gsys­te­men der ört­li­chen Waf­fen­be­hör­den red­un­dant vor­hal­ten. Dabei sol­len im Natio­na­len Waf­fen­re­gis­ter zunächst alle Daten erfasst wer­den, die den erlaub­nis­pflich­ti­gen Umgang mit Waf­fen und Muni­ti­on betref­fen:

  • Daten zur zustän­di­gen Waf­fen­be­hör­de
  • Daten zur Per­son (natür­li­che Per­so­nen / juris­ti­sche Per­so­nen / Per­so­nen­ver­ei­ni­gun­gen), so unter ande­rem:
    • Name
    • Anschrift
    • Geburts­da­tum und Geburts­ort
    • Staats­an­ge­hö­rig­keit
    • Über­mitt­lungs­sper­ren
  • Daten zu erteil­ten Erlaub­nis­sen, so unter ande­rem:
  • Daten zur Waf­fe, so unter ande­rem:
    • Her­stel­ler und Modell
    • stan­dar­di­sier­te Kata­log­wer­te u. a. zur Waf­fen­ka­te­go­rie und Kali­ber­be­zeich­nung

Für die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen dem Natio­na­len Waf­fen­re­gis­ter und den ört­li­chen Waf­fen­be­hör­den basiert wur­de ein eige­ner Nach­rich­ten­stan­dard „XWaf­fe” neu ent­wi­ckelt, der unter ande­rem auf einer Rei­he fach­spe­zi­fi­scher Kata­lo­ge, etwa für Waf­fen­ka­te­go­rie und Waf­fen­art oder für Muni­ti­ons- und Kali­ber­be­zeich­nun­gen, basiert. Die­se fach­spe­zi­fi­schen Kata­lo­ge sol­len zukünf­tig auch die Grund­la­ge für die Daten­er­fas­sung in den ört­li­chen Waf­fen­be­hör­den bil­den.

Die Daten­be­stän­de wer­den auf der Basis die­ser ver­ein­heit­li­chen Kata­lo­ge wei­ter durch die ört­li­chen Waf­fen­be­hör­den geführt, in dem beim Bun­des­ver­wal­tungs­amt geführ­ten zen­tra­len Sys­tem des Natio­na­len Waf­fen­re­gis­ters wer­den jeweils nur Kopi­en der ört­li­chen Daten gehal­ten. Die Ver­ant­wor­tung zur Pfle­ge der Daten ver­bleibt mit­hin auch zukünf­tig bei den ört­li­chen Waf­fen­be­hör­den, die auch allei­ne berech­tigt und ver­pflich­tet sind, den jewei­li­gen Daten­be­stand im Natio­na­len Waf­fen­re­gis­ter bei Bedarf zu aktua­li­sie­ren. Ande­re Behör­den kön­nen im Gegen­zug auf die­se Daten nur lesend zugrei­fen, die­se aber nicht selb­stän­dig ändern.