Reform der EU-Feuerwaffenrichtlinie

Vom Euro­päi­schen Par­la­ment ist am Diens­tag, 14.03.2017, beschlos­sen wor­den, die EU-Feu­er­waf­fen­richt­li­nie zu über­ar­bei­ten.

Reform der EU-Feuerwaffenrichtlinie

Zur Reform der EU-Feu­er­waf­fen­richt­li­nie haben sich die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on, das Euro­päi­sche Par­la­ment und der Rat bereits im Dezem­ber 2016 ver­stän­di­gen kön­nen. Aus­lö­ser der Über­ar­bei­tung sind die Ter­ror­an­schlä­ge von Paris gewe­sen. Bereits im Nove­mebr 2015 hat die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on Vor­schlä­ge zur Reform erar­bei­tet, die sehr umstrit­ten waren und z.T. nicht über­nom­men wor­den sind. Beson­ders das Ver­bot der gefähr­lichs­ten halb­au­to­ma­ti­schen Waf­fen, das auch die halb­au­to­ma­ti­schen Waf­fen des Typs AK47 und AR 15 ein­schloss, und die Begren­zung der Maga­zin­ka­pa­zi­tät für halb­au­to­ma­ti­sche Waf­fen auf 10 Schuss sind aus dem Reform­pa­ket im Zuge der Ver­hand­lun­gen mit dem Euro­päi­schen Par­la­ment und dem Rat weg­ge­fal­len.

Mit 491 Stim­men (bei 178 Gegen­stim­men, 28 Ent­hal­tun­gen) sind die Reform­vor­schlä­ge, auf die man sich eini­gen konn­te, nun vom EU-Par­la­ment ver­ab­schie­det wor­den. Mit die­sen ver­ein­bar­ten Geset­zes­än­de­run­gen sol­len die bestehen­den Geset­zes­lü­cken geschlos­sen wer­den. Beson­ders stren­ge­re Kon­trol­len von unschar­fen und unzu­rei­chend deak­ti­vier­ten Waf­fen wie denen, die bei den Pari­ser Anschlä­gen ver­wen­det wur­den, sind in die Richt­li­nie auf­ge­nom­men wor­den. Es sol­len z.B. Schreck­schuss­pis­to­len stren­ger kon­trol­liert wer­den, die mühe­los so umge­baut wer­den kön­nen, dass sie mit schar­fer Muni­ti­on schie­ßen. (Die­se Waf­fen wur­den in Paris bei den Ter­ror­an­schlä­gen ver­wen­det.) Dazu gehört ein Ver­bot auto­ma­ti­scher Feu­er­waf­fen, die in halb­au­to­ma­ti­sche Waf­fen umge­baut wur­den. Außer­dem fin­det eine Ver­schär­fung der Vor­schrif­ten für die Kenn­zeich­nung von Schuss­waf­fen statt. Es sol­len kei­ne Waf­fen in fal­sche Hän­de gelan­gen. Ist ein EU-Bür­ger bereits im Besitz einer sol­chen Waf­fe (legal), ist das wei­ter­hin mög­lich, wenn die Vor­schrif­ten in die­sem Staat das gestat­ten.

Wer Inter­es­se am Schie­ßen hat, aber vor die­ser Büro­kra­tie zurück­schreckt, muss nicht kom­plett auf das Schie­ßen ver­zich­ten: Es gibt eini­ge lega­le Mög­lich­kei­ten, selbst mit einer Waf­fe zu schie­ßen, ohne das man eine besitzt: Schieß­sport­ver­ei­ne bie­ten dazu Gele­gen­hei­ten.

Zum Aus­pro­bie­ren ver­schie­de­ner Schuss­waf­fen gibt es aber auch Schnup­per­ver­an­stal­tun­gen. So kann sich jeder Erwach­se­ne auf der Sei­te von http://www.shotevent.net/ zu diver­sen, teils the­men­ge­bun­de­nen Schie­ße­vents anmel­den. Der Teil­neh­mer kann mit ver­schie­de­nen Waf­fen wie Kurz- und Lang­waf­fen mit unter­schied­li­chem Kali­ber schie­ßen. Oder man hat­te schon immer Inter­es­se an Ton­tau­ben­schie­ßen. Dort kann man den Wunsch in die Tat umset­zen. Das Ton­tau­ben­schie­ßen bei Sho­te­vent ist auch als Erleb­nis­ge­schenk vor­stell­bar. Nicht das Übungs­schie­ßen mit bestimm­ten Waf­fen steht im Vor­der­grund, son­dern das Erleb­nis.