Schießen mit Jugendlichen

Neben vie­len ande­ren Neue­run­gen trifft das neue Waf­fen­recht auch die Jugend­ar­beit. Alters­gren­zen im Schieß­sport gab es zwar auch schon vor­her, aber nun ist eini­ges stren­ger und for­ma­li­sier­ter. So ent­hal­ten sowohl das Waf­fen­ge­setz wie auch die All­ge­mei­ne Waf­fen­ge­setz-Ver­ord­nung nun Rege­lun­gen für das Schie­ßen mit Jugend­li­chen und zwar je nach Alter der Jugend­li­chen und Waf­fen­ar­ten unter­schied­li­che. Doch bevor wir uns hier über die­se unter­schied­li­chen Rege­lun­gen unter hal­ten, zwei Anmer­kun­gen vor­weg:

Schießen mit Jugendlichen

Die Alters­gren­zen set­zen zunächst vor­aus, dass geschos­sen wird. Ein Trai­ning mit einem Laser­ge­wehr ist aber eben­so wenig „Schie­ßen” wie das Schie­ßen mit Pfeil und Bogen oder mit einer Arm­brust. Hört sich komisch an? Ist aber so. Das Waf­fen­ge­setz hat den Begriff des Schie­ßens defi­niert (u.a. „ein Geschoss durch einen Lauf trei­ben”.…), aber nach die­ser gesetz­li­chen Defi­ni­ti­on kann etwa mit der Arm­brust, die das Gesetz als Schuss­waf­fe defi­niert, nicht geschos­sen wer­den. Das Schie­ßen mit einer Arm­brust oder mit Pfeil und Bogen ist daher kein Schie­ßen im Sin­ne des Waf­fen­ge­set­zes und unter liegt damit auch kei­nen alters­mä­ßi­gen Beschrän­kun­gen.

Und zwei­tens: Die Alters­gren­zen gel­ten nur für das Schie­ßen auf einem Schieß­stand. Außer­halb eines Schieß­stan­des ist das Schie­ßen zum einen grund­sätz­lich nicht erlaubt, und wenn aus­nahms­wei­se doch, dann jeden­falls erst ab 18. Ein­zi­ge Aus­nah­me: Die Schieß­bu­den, wie sie auf Kir­mes und Schüt­zen­fes­ten regel­mä­ßig zu fin­den sind. Bei denen gilt kei­ne Alters­gren­ze, hier kann jeder schie­ßen.

Aber zurück auf den Schieß­stand: Hier gilt grund­sätz­lich: Schie­ßen erst ab 12 Jah­ren. Und dann ist zu unter schei­den, ob mit einem Luft­ge­wehr oder einer Luft­pis­to­le geschos­sen wer­den soll oder mit einer „schar­fen” Waf­fe, etwa einem KK-Gewehr. Mit Luft­druck­waf­fen bis 7,5 Joule (erkenn­bar an einem ein­gra­vier­ten „F” in einem Fünf­eck) kann ab 12 Jah­re geschos­sen wer­den, mit ande­ren Waf­fen erst ab 14.

Von die­sem Min­dest­al­ter kön­nen Aus­nah­men gemacht wer­den, etwa wenn bereits ein 11-Jäh­ri­ger mit dem Luft­ge­wehr schie­ßen will. Die­se Aus­nah­men regelt aller­dings nicht der Schüt­zen­ver­ein, son­dern die Waf­fen­be­hör­de. Die­se kann jün­ge­ren Kin­dern das Schie­ßen erlau­ben, aller­dings nur zur För­de­rung des Leis­tungs­sports. Eine Geneh­mi­gung etwa nur für den Vogel­schuss ist daher nicht mög­lich.

Hier­für sind zwei Beschei­ni­gun­gen not­wen­dig: zum einen eine ärzt­li­che Beschei­ni­gung über die kör­per­li­che und geis­ti­ge Eig­nung des Kin­des und zum ande­ren eine Beschei­ni­gung des Ver­eins über die schieß­sport­li­che Bega­bung. Die ärzt­li­che Beschei­ni­gung dürf­te kein Pro­blem sein, ähn­li­che Bestä­ti­gun­gen ver­lan­gen oft­mals auch ande­re Sport­ver­ei­ne. Aber wie kann der Schüt­zen­ver­ein die schieß­sport­li­che Bega­bung beschei­ni­gen, wenn das Kind noch gar nicht schie­ßen kann? Nun, hier gibt es meh­re­re Mög­lich­kei­ten: Fein raus ist natür­lich, wer ein Laser­ge­wehr ein­set­zen kann, ansons­ten hilft aber auch ein Schie­ßen etwa mit einer Arm­brust. Oder aber ein Pro­be­schie­ßen an der Schieß­bu­de.

Und schließ­lich: Das Schie­ßen mit Kin­dern und Jugend­li­chen erfor­dert stets das Ein­ver­ständ­nis der „Per­so­nen­sor­ge­be­rech­lig­ten”, also der Eltern. Die­ses Ein­ver­ständ­nis kann dadurch gezeigt wer­den, dass ent­we­der die Eltern bei dem Schie­ßen (etwa bei einem Demons­tra­ti­ons­schie­ßen auf dem Schüt­zen­fest oder einer Trai­nings­stun­de) anwe­send sind, oder aber dadurch, dass bei Beginn des Schie­ßens eine schrift­li­che Erlaub­nis der Eltern vor­liegt und bis zum Ende auf­be­wahrt wird.

Und dann darf mit den Kin­dern und Jugend­li­chen geschos­sen wer­den? Nein, in der Regel bedarf es zusätz­lich noch der, wie es das Gesetz for­mu­liert „beson­de­ren Obhut” durch eine für die Kin­der- und Jugend­ar­beit für das Schie­ßen „beson­ders qua­li­fi­zier­te Auf­sichts­per­son”. Aber hier­über hat­ten wir ja bereits berich­tet.