Waffen in Kinderhand

Wer sei­ne Waf­fe einem Min­der­jäh­ri­gen über­lässt, ris­kiert, dass sei­ne Waf­fen­be­sitz­kar­te ein­ge­zo­gen wird. Dies zeigt jetzt wie­der plas­tisch ein Fall, über den das Ver­wal­tungs­ge­richt Braun­schweig ent­schei­den muss­te:

Waffen in Kinderhand

In dem Ver­fah­ren klag­te ein 60 Jah­re alter Land­wirt gegen ein vom Land­kreis Gos­lar aus­ge­spro­che­nes Ver­bot des Waf­fen­be­sit­zes und die sofor­ti­ge Sicher­stel­lung sei­ner Waf­fen. Dem Land­kreis waren Fotos vor­ge­legt wor­den, die den 9 Jah­re alten Sohn des Klä­gers mit einem Gewehr in der Hand auf einem Mais­feld zei­gen. Zu die­sem Zeit­punkt war der Klä­ger schon nicht mehr im Besitz sei­nes Jagd­schei­nes, weil er die­sen nicht hat­te ver­län­gern las­sen. Bei einer Haus­durch­su­chung stell­ten die Poli­zis­ten fest, dass er in sei­nem Waf­fen­schrank zusam­men mit sei­nen Waf­fen auch Muni­ti­on auf­be­wahr­te. Mit sei­ner gegen die Maß­nah­men des Land­krei­ses erho­be­nen Kla­ge mach­te der Land­wirt unter ande­rem gel­tend, die Fotos von sei­nem Sohn sei­en nur gestellt gewe­sen.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Braun­schweig ent­schied gleich­wohl, der Klä­ger dür­fe kei­ne Waf­fen mehr besit­zen, ihm feh­le die erfor­der­li­che Zuver­läs­sig­keit. Denn sein Umgang mit Waf­fen und Muni­ti­on habe gezeigt, dass erheb­li­che Sicher­heits­ri­si­ken ent­ste­hen, wenn er über Waf­fen ver­fü­ge. Dies erge­be sich schon dar­aus, dass der Klä­ger sei­nem 9‑jährigen Sohn — wie auf den Fotos zu erken­nen sei — eine Waf­fe über­las­sen habe. Dabei sei uner­heb­lich, ob die Fotos nur gestellt waren. Ent­schei­dend sei, dass der Klä­ger die Waf­fe unbe­fugt bei sich geführt und dass er sie einem Kind über­las­sen habe.

Die von dem Klä­ger aus­ge­hen­den Risi­ken hat das Gericht außer­dem damit begrün­det, dass er Waf­fen und Muni­ti­on zusam­men auf­be­wahrt hat. Er habe damit gegen die gesetz­li­chen Auf­be­wah­rungs­vor­schrif­ten ver­sto­ßen. Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat dies als einen beson­ders schwer­wie­gen­den Vor­fall ange­se­hen, weil der Klä­ger den Schlüs­sel für den Waf­fen­schrank in dem dane­ben ste­hen­den Klei­der­schrank auf­be­wahrt hat­te: Damit wäre sei­nem min­der­jäh­ri­gen Sohn und ande­ren Unbe­fug­ten der Zugriff auf Waf­fen und Muni­ti­on leicht mög­lich gewe­sen. Aus die­sen Grün­den habe der Land­kreis auch die vier Waf­fen des Klä­gers und sei­ne Waf­fen­be­sitz­kar­te mit sofor­ti­ger Wir­kung sicher­stel­len dür­fen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Braun­schweig, Urteil vom 17. Novem­ber 2010 — 5 A 1510