Änderung des Waffengesetzes: Waffen und Munition korrekt aufbewahren

28. September 2018 | Aktuelles
Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Am 6. Juli 2017 wurde das Waffengesetz geändert. Seither gelten neue Vorschriften bei der Aufbewahrung von Schusswaffen und Munition. Erfahren Sie hier, worauf seither zu achten ist und warum sich der Blick auf den Bestandsschutz für bereits angezeigte Behältnisse lohnt.

Getrennte und Überkreuz-Aufbewahrung

Grundsätzlich müssen Schusswaffen und Munition getrennt voneinander gelagert werden, wenn für die Aufbewahrung kein Sicherheitsbehälter mit Widerstandsgrad 0 verwendet wird. Erlaubt ist hingegen die sogenannte Überkreuz-Aufbewahrung. Damit ist die gemeinsame Lagerung von Waffen und Munition gemeint, die nicht zueinander passen. Beispiel: Eine Kleinkaliberwaffe darf zusammen mit Großkalibermunition verstaut werden.

Wie Waffen und Munition aufzubewahren sind, regeln § 13 und § 14 der Allgemeinen Waffengesetz-Verordnung (AWaffV) sowie § 36 des Waffengesetzes (WaffG). Werden Waffen und Munition nicht so aufbewahrt, wie es der Gesetzgeber vorschreibt, liegt eine Ordnungswidrigkeit vor. Bis zu 10.000 Euro Geldbuße sind denkbar. Bei Vorsatz handelt es sich um eine Straftat, die neben einer Geldstrafe eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren nach sich ziehen kann.

Aktuelle Sicherheitsklassen im Überblick

Der Markt bietet verschiedene Behälter zum Lagern. Jeder Waffenbesitzer muss sicherstellen, dass er seine Waffen im passenden Behälter aufbewahrt. Die Tabelle fasst die aktuellen Sicherheitsklassen zusammen:

Widerstandsgrad I
(nach EN 1143-1)
Für Kurz- und Langwaffen.
Menge unbegrenzt + Munition
Widerstandsgrad 0
(nach EN 1143-1)
Behälter unter 200 kg Gewicht: Für bis zu fünf Kurzwaffen, unbegrenzt Langwaffen und Munition
Waffenschränke ab 200 kg: Für bis zu zehn Kurzwaffen, unbegrenzt Langwaffen und Munition
Stahlblechbehälter mit SchwenkriegelschlossFür Munition mit Erlaubnispflicht
Verschlossene BehälterFür Waffen oder Munition ohne Erlaubnispflicht
 

Im Onlineshop für Waffenaufbewahrungen lässt sich ein Waffenschrank Klasse 0 nach EN 1143-1 von verschiedenen Qualitätsherstellern beziehen. Darunter ProFirst, Rottner und Inter Sicherheits Service (ISS). Auch Modelle mit Widerstandsgrad 1 sind erhältlich. Die Auswahl reicht vom kompakten Pistolentresor bis zum großzügigen Waffenschrank inklusive Innentresor und Putzstockhalter. Die Produkte entsprechend den gesetzlichen Vorschriften.

Pflicht zum Nachweis

Um die korrekte Aufbewahrung zu bestätigen, müssen Waffenbesitzer der zuständigen Behörde einen Nachweis vorlegen. Das kann eine Rechnung beziehungsweise ein Kaufvertrag sein, der bestätigt, dass das passende Aufbewahrungsbehältnis angeschafft wurde. Das Dokument muss darüber informieren, ob die gesetzlich erforderlichen Anforderungen erfüllt werden. Ist kein schriftlicher Beleg verfügbar, werden womöglich auch Fotos vom Typenschild des Waffenschranks akzeptiert.

Kontrolle über Schlüssel

Erlaubnispflichtige Waffen, Teile davon sowie die dazugehörige Munition müssen nicht nur in einem geeigneten Schrank beziehungsweise Tresor aufbewahrt werden. Auch hinsichtlich des Schlüssels gibt es klare Vorgaben. Ausschließlich der Waffenbesitzer beziehungsweise der Berechtigte darf die Kontrolle über den Schlüssel haben.

Bestandsschutz erlaubt A- und B-Waffenschränke

Wurden vorgeschriebene Behälter mit Sicherheitsstufe A und B vor dem 6. Juli 2017 gekauft und angezeigt, besteht hierfür ein Bestandsschutz. Das heißt, dass sie vom Besitzer auch nach der Änderung des Waffengesetzes verwendet werden dürfen. Hierbei sind folgende Aufbewahrungsbehälter erlaubt:

A-SchrankBis zu zehn Langwaffen (keine Munition)
A-Schrank mit Innentresor BBis zu zehn LangwaffenIm Innenfach: bis zu fünf Kurzwaffen und Munition
B-SchrankUnbegrenzt Langwaffen, bis 5 oder 10 Kurzwaffen* (keine Munition)
B-Schrank mit InnentresorUnbegrenzt Langwaffen, bis 5 oder 10 Kurzwaffen*
Im Innenfach Munition
* Wiegt der Schrank weniger als 200 Kilogramm ist die Menge an Kurzwaffen auf fünf begrenzt.

Die hier beschriebenen A- und B-Schränke nach VDMA 24992 (Stand 1995) sind für neue Anschaffungen von Waffenschränken nicht mehr zulässig.

Erbe einer Schusswaffe

Schusswaffen können vererbt werden. Sollten Erben keine waffenrechtliche Erlaubnis haben, besteht Handlungsbedarf. Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat erklärt: “Der Erbe einer Schusswaffe hat binnen eines Monats nach der Annahme der Erbschaft die Ausstellung einer Waffenbesitzkarte zu beantragen, sofern die Schusswaffe nicht nach den gesetzlichen Bestimmungen unbrauchbar gemacht wird oder in den Besitz eines Berechtigten übergeht.” Weiterführende Informationen sind dem Merkblatt zum Erwerb und Besitz von Schusswaffen durch Erwerber infolge eines Erbfalls des Bundesverwaltungsamts zu entnehmen.

Bildquelle: pixabay.com (von janmarcust) / CC0 Creative Commons

 
Weiterlesen auf der Waffenrechtslupe

Weiterlesen auf der Waffenrechtslupe:

Themenseiten zu diesem Artikel: , ,
Weitere Beiträge aus diesem Rechtsgebiet: Aktuelles

 

Zum Seitenanfang