Kein Sonderurlaub für Teilnahme an Schießweltmeisterschaft

Nach den ein­schlä­gi­gen beam­ten­recht­li­chen Vor­schrif­ten kann Son­der­ur­laub für die akti­ve Teil­nah­me an den Olym­pi­schen Spie­len sowie sport­li­chen Euro­pa- und Welt­meis­ter­schaf­ten nur dann gewährt wer­den, wenn der Beam­te von einem dem Deut­schen Sport­bund ange­schlos­se­nen Ver­band als Teil­neh­mer benannt wor­den ist und dienst­li­che Grün­de nicht ent­ge­gen­ste­hen.

Kein Sonderurlaub für Teilnahme an Schießweltmeisterschaft

Die­se Absicht ver­trat jetzt jeden­falls das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier. Geklagt hat­te dort ein im Diens­te der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ste­hen­der Poli­zei­haupt­kom­mis­sar, der als Mit­glied des Bun­des der Mili­tär- und Poli­zei­schüt­zen e.V. (BDMP) im Okto­ber 2010 an der Welt­meis­ter­schaft im Schie­ßen in Syd­ney teil­ge­nom­men und hier­für 3 Tage Son­der­ur­laub bean­tragt hat. Die beklag­te Bun­des­re­pu­blik hat­te sei­nen Antrag abge­lehnt.

Zu Recht, so das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier: Der BDMP gehö­re nicht im Sin­ne der ein­schlä­gi­gen Vor­schrift über die Bewil­li­gung von Son­der­ur­laub dem Deut­schen Sport­bund, der im Mai 2006 mit dem Natio­na­len olym­pi­schen Komi­tee für Deutsch­land zum deut­schen Olym­pi­schen Sport­bund (DOSB) ver­schmol­zen sei, an, sodass der Klä­ger mit­hin auch nicht von einem sol­chen Ver­band als Spit­zen­sport­ler zur Teil­nah­me an der in Fra­ge kom­men­den Welt­meis­ter­schaft benannt wor­den sei. Eine erwei­tern­de Aus­le­gung der ein­schlä­gi­gen Norm auf sons­ti­ge Dach­ver­bän­de, die — wie hier im Fal­le des BDMP – grund­sätz­lich nur einem ein­ge­schränk­ten Per­so­nen­kreis zugäng­lich sei­en und nur eine Sport­art ver­tre­ten wür­den, sei nicht gebo­ten. Gera­de die glo­ba­le Aus­rich­tung des DOSB, der mit sei­ner Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur auch die Gewähr für eine ein­heit­li­che Ver­fah­rens­wei­se bie­te, gebe die­sem sein beson­de­res Geprä­ge. Unge­ach­tet des­sen feh­le es beim BDMP aber auch an einem Ver­fah­ren, wel­ches sicher­stel­le, dass tat­säch­lich nur die Spit­zen­sport­ler an den jewei­li­gen Wett­kämp­fen teil­neh­men.

Ver­wal­tungs­ge­richt Trier, Urteil vom 9. August 2011 — 1 K 61011.TR