Unzuverlässigkeit per Luftschuss

Der Wider­ruf einer Waf­fen­be­sitz­kar­te ist gerecht­fer­tigt, wenn der Inha­ber mit Waf­fen oder Muni­ti­on miss­bräuch­lich oder leicht­fer­tig umgeht. Dies kann nach einer Ent­schei­dung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Rhein­land-Pfalz in Koblenz auch dar­in gese­hen wer­den, dass der Waf­fen­be­sit­zer wegen einer lau­ten Par­ty in der Nach­bar­schaft mit sei­nem Schrot­ge­wehr drei Schüs­se in die Luft abgibt.

Unzuverlässigkeit per Luftschuss

Dem Klä­ger war als Inha­ber eines Jagd­scheins im Jahr 1977 eine Waf­fen­be­sitz­kar­te erteilt wor­den. Im Juni 2007 gab er vom Bal­kon sei­nes – außer­halb der Orts­la­ge gele­ge­nen – Hau­ses mit sei­ner Schrot­flin­te drei Schüs­se in die Luft ab, weil er sich durch den Lärm einer in der Nähe statt­fin­den­den Par­ty gestört gefühlt hat. Dar­auf wider­rief die Kreis­ver­wal­tung die dem Klä­ger erteil­te Waf­fen­be­sitz­kar­te. Das Ver­wal­tungs­ge­richt wies die hier­ge­gen erho­be­ne Kla­ge ab. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt ließ die Beru­fung gegen das Urteil nicht zu.

Der Wider­ruf sei recht­mä­ßig, so die Koblen­zer Rich­ter, denn der Klä­ger besit­ze nicht mehr die für eine waf­fen­recht­li­che Erlaub­nis erfor­der­li­che Zuver­läs­sig­keit. Er habe sei­ne nur zur Jagd­aus­übung zuge­las­se­ne Waf­fe zu einem ande­ren Ver­wen­dungs­zweck benutzt. Ein Miss­brauch lie­ge zugleich dar­in, dass der Klä­ger die Waf­fe dazu genutzt habe, ande­re Men­schen auf­zu­schre­cken.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Beschluss vom 29. April 2010 — 7 A 1041010.OVG